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Theologisch-ethische Ergänzungsqualifikation Zertifikat „Moralpsychologie“

1. Zielsetzung

Im Rahmen der theologisch-ethischen Ergänzungsqualifikation „Moralpsychologie“ sollen moralpsychologische Grundlagenkenntnisse erworben, für moralpsychologische Fragestellungen sensibilisiert, anwendungsbezogene Themenfelder erschlossen und für praktische Handlungszu-sammenhänge reflektiert werden. Bei erfolgreicher Teilnahme und Erfüllung der Voraussetzung kann das Zertifikat „Moralpsychologie“ erworben werden.

2. Inhaltliche Beschreibung

Die konkrete Fähigkeit, moralisch zu urteilen und zu handeln, hängt von vielen Faktoren ab. Neben Erziehung und Sozialisation spielen leibseelische Eigenheiten des Einzelnen eine große Rolle, aber auch biografische Lernerfahrungen in soziokulturell geprägten Räumen. Diese sogenannten biopsychosozialen Bedingungsstrukturen moralischer und religiös-sittlicher Kompetenz und deren Bedeutung für die ethische Reflexion sind Gegenstand der Moralpsychologie, die eine wichtige Forschungsperspektive der Moraltheologie darstellt.
Auch über den theologischen Kontext hinaus sind gerade in einer pluralen Gesellschaft mit ihren besonderen Herausforderungen die Fragen nach Wertebildung, Wertevermittlung und Werterziehung moralpsychologische Fragen, Themen und Erkenntnisse in ihrer wissenschaftlichen Erschließung, in ihrer akademischen und pädagogischen Vermittlung sowie in ihrer gesellschaftlichen Implementierung höchst relevant. Angewandte Moralpsychologie bzw. Moralpädagogik zielt auf die Förderung der moralischen Kompetenz, insbesondere auf die Förderung moralischer Urteilskompetenz und Empathie, von Akteuren ab, die in gesellschaftlich relevanten Feldern tätig sind, und zwar vor allem

  • im pädagogischen Bereich,
  • im Bereich gesundheitlicher und pflegerischer Versorgung,
  • im sozial-caritativen Bereich,
  • im pastoralen Bereich,
  • in Bereichen der Personalverantwortung,
  • in Bereichen gesellschaftlicher, verbandlicher und unternehmerischer Leitungs- und Entscheidungsfunktionen.

Aufgrund des immensen Erkenntnisfortschritts in den Human- und Sozialwissenschaften und aufgrund der berufspraktischen Herausforderungen lässt sich der Gegenstand der Moralpsychologie in zwei Bereiche unterteilen, in einen Grundlagenbereich und in einen Anwendungsbereich. Angesichts des transdisziplinären Charakters und ihrer moralischen Implikationen lässt sich die Moralpsychologie im Schnittfeld von empirischen Wissenschaften und Ethik ansiedeln. Da es keine institutionell eigenständige Fach- und Forschungsdisziplin Moralpsychologie gibt, sondern deren Inhalte über verschiedene empirische Disziplinen hinweg bearbeitet werden, bietet die the-ologisch-ethische Ergänzungsqualifikation Studierenden der Katholischen Theologie, aber auch anderer Fakultäten die Möglichkeit, moralpsychologische Kompetenzen zu erwerben. Folgende Ziele sollen mit der Ergänzungsqualifikation erreicht werden:

  • Vermittlung zentraler moralpsychologischer Grundlagenkenntnisse im theologisch-ethischen Kontext,
  • Sensibilisierung für moralpsychologische Herausforderungen und Fragestellungen in ausgewählten Handlungsfeldern,
  • Kenntnisse von moralpsychologischem Anwendungswissen für ausgewählte Praxisfelder,
  • Reflexion und Beurteilung bestimmter ethischer Problemstellungen im Kontext moralpsychologisch relevanter Handlungsfelder,
  • Sensibilisierung für die Sinndimension moralischen Urteilen und Handelns v.a. in den oben genannten Praxiskontexten,
  • Vertiefung eines berufsbezogenen Handlungsfeldes in moralpsychologischer Hinsicht.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der theologisch-ethischen Ergänzungsqualifikation erhalten die Studierenden das Zertifikat „Moralpsychologie“, das die qualifizierte Teilnahme bestätigt und beispielsweise möglichen Bewerbungen als Zusatzqualifikation, v.a. für pastorale oder pädagogische Bereiche, beigefügt werden kann.

3. Modalitäten für den Erwerb des Zertifikats

Voraussetzung für den Erwerb des qualifizierten Zertifikats („erfolgreiche Teilnahme“ sind:

(A) Teilnahme an insgesamt vier entsprechend gekennzeichneten Lehrveranstaltungen aus dem Agebot des Moraltheologischen Seminars. Diese Veranstaltungen werden für jedes Semester auch hier bekannt gebeben.

(B) Die Anfertigung einer Abschlussarbeit zu einer moralpsychologischen Themenstellung aus einem berufsbezogenen Anwendungsfeld (Umfang 40.000 – max. 50.000 Zeichen).

4. Kontakt und Auskunft

Für Fragen und Informationen steht Ihnen Frau Ebner zur Verfügung.

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