Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2020/21

Seminar (10100044): Grundlagen und Prinzipien christlicher Gesellschaftslehre22222

(M 13, LA 3, M Aufb 1 Syst), 2 SWS
Dr. Katharina Ebner (durchführend)
Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister (verantwortlich)
 
Ort und Zeit:
Mo, 8-10 Uhr c.t.
Raum: Diese Veranstaltung findet digital statt.

Beginn: 26.10.2020

Kommentar:
Christliche Sozialethik bzw. Christliche Gesellschaftslehre (CGL) beschäftigt sich damit, wie die Gesellschaft gestaltet ist und was es heißt, als Christ in der Gesellschaft zu leben. Welche Herausforderungen und Verantwortungsbereiche ergeben sich damit einerseits für den Einzelnen und welche Anforderungen an die Strukturen der Gesellschaft gilt es andererseits zu stellen? Wie lässt sich eine gerechtere Gesellschaft erreichen? Im Seminar werden wir uns etablierten und neueren Antwortmöglichkeiten widmen und so die geschichtliche Entwicklung der CGL sowie aktuelle Ansätze und Prinzipien einer christlichen Sozialethik in den Blick nehmen.

 

Seminar (10100099): Wirtschafts- und Unternehmensethik unter dem Anspruch ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in christlich-sozialethischer Perspektive33333

(M 20), 2 SWS
Dr. Claudius Bachmann (durchführend)
Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister (verantwortlich)
 
Ort und Zeit:
Mo, 17-19 Uhr c.t.
Raum: Diese Veranstaltung findet digital statt.
Beginn: 26.10.2020

Kommentar:
Unter welchen Bedingungen Menschen arbeiten, welche Güter wo und in welchen Mengen produziert werden und wie dabei mit der Umwelt umgegangen wird, sind nicht nur wichtige Fragen in der Wirtschaft. Sie sind auch für eine Christliche Sozialethik relevant, die es sich im Sinne der eigenen Welt- und Gesellschaftsverantwortung zur Aufgabe macht, Kriterien gerechter Praxis zu begründen, nach Verwirklichungschancen sozialer Gerechtigkeit zu suchen und so zu einer nachhaltigen, am Gemeinwohl orientierten Wirtschaft beizutragen. Wirtschaftliche und soziale Prozesse stehen dabei unter einem hohen ethischen Anspruch: Sie sollen sich an dem Leitbild ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit orientieren. Entsprechend sollen im Seminar Ansätze wirtschafts- und unternehmensethischer Theoriebildung vorgestellt und sozial- und wirtschaftsethische Anfragen und Problemanzeigen erschlossen und diskutiert werden.

 

 

Übung (10100047): Friedensethische Herausforderungen in der postmodernen Gesellschaft44444

(M 20), 1 SWS
Prof. e.h. Dr. Andreas M. Rauch (durchführend)
Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister (verantwortlich)
 
Ort und Zeit:
Do, 15-16 Uhr c.t.
Raum: Hauptgebäude, Hörsaal II
Beginn: 05.11.2020
 
Kommentar:
Schon in alt- und neutestamentlichen Textstellen lässt sich ein jüdisch-christliches Streben nach Frieden in privaten und öffentlichen Angelegenheiten festmachen. Die christliche Friedensbotschaft verdichtet sich in den politischen, gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Umbrüchen des 19. und 20. Jahrhunderts. Das 20. Jahrhundert lässt in den Staaten und Kirchen Europas die Erkenntnis reifen, dass es internationaler und völkerrechtlicher Regelungen bedarf, um ein Mehr an Frieden in der Welt zu ermöglichen. Der Ost-West-Konflikt bis 1990, der Nord-Süd-Konflikt und umweltpolitische Entwicklungen, beginnend mit „Global 2000. Bericht an den US-Präsidenten“ aus dem Jahr 1979, verlangen nach friedensethischen Antworten, wie sie sich auch in kirchlichen Stellungnahmen widerspiegeln, etwa in den Bischofsworten „Gerechtigkeit schafft Frieden“ und „Gerechter Frieden“ sowie der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Die Sorgen und Fragen nach sozialer Gerechtigkeit in einer arbeitsteiligen und zunehmend komplexeren Welt greifen angesichts der weltwirtschaftlichen Problemstellungen im Kontext von Globalisierung und Digitalisierung als friedensethische Herausforderung weiter Raum in den modernen und postmodernen Gesellschaften des 20. und 21. Jahrhunderts. Ziel der Übung ist es, einerseits für diese komplexen, gesellschaftlichen Herausforderungen zu sensibilisieren und andererseits Antworten der Kirchen anhand einschlägiger Texte, deren Wurzeln in der christlichen Gesellschaftslehre zu finden sind, kritisch zu lesen und zu reflektieren.
 

 

Seminar (10100100): Friedensethik im Diskurs55555

(M15/M23), 2 SWS
Prof. e.h. Dr. Andreas M. Rauch (durchführend)
Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister (verantwortlich)
 
Ort und Zeit:
Do, 16-18 Uhr c.t.
Raum: Hauptgebäude, KTF, Seminarraum 2
Beginn: 05.11.2020
 
Kommentar:
Schon die Verfasser des deutschen Grundgesetzes schrieben in Herrenchiemsee in das Grundgesetz, dass die Politik dem Frieden in der Welt dienen soll: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden in der Welt zu dienen, hat sich das deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“ (GG Präambel). Der Bezug auf Gott erfolgt nicht zufällig, sondern ist Ausdruck einer Generation, die nach den Schrecken und den Wirren zweier Weltkriege in der christlichen Religion Sinn und Orientierung für das persönliche und öffentliche Handeln suchte und fand.
Und obschon die drei Weltreligionen Abrahams in besonderem Maße dem Frieden verpflichtet sind, scheint der Frieden in der Welt gegenwärtig in besonderer Weise gefährdet. Das Modell von „Global Governance“ (Weltgemeinwohl), welches über Jahrzehnte die Internationalen Beziehungen bestimmte, scheint grundlegend gefährdet. Trotzdem stellen sich Fragen danach, wie Frieden in der Welt heute unterstützt und gefördert werden kann. Dabei ist sicherlich nicht nur eine sicherheitspolitische Dimension zu sehen, sondern auch entwicklungs- und umweltpolitische Fragen spielen hierbei eine Rolle. Im Rahmen des Seminars wollen wir mit Experten sprechen, die auch Einblicke im Rahmen der Berufsorientierung bieten können: mit einem Jugendoffizier, mit einem Referenten/einer Referentin von Misereor, mit einem Referenten/einer Referentin von Greenpeace und mit einem Referenten/einer Referentin von Pax Christi.
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