Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

Lehrveranstaltungen am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte im Sommersemester 2022

1. Vorlesung (10100801) Kontinuität und Wandel - Zentrale Themen in der Geschichte des Christentums

(M 2, LG 2, M Basis hist. Theol.)
Mittwoch 10-12 Uhr, HS VII, 2 SWS
 
Im Rahmen des Einführungsmoduls in die Historische Theologie werden in der Vorlesung grundlegende Themen christlicher Geschichte im Mit­telalter und in der Neuzeit angesprochen. Die Spanne reicht von Metho­den und Grundlagen des Faches und Fragen der Missionsgeschichte Europas über die Rolle der Karolinger im 8. Jahrhundert und über Fragen der Reformation bis hin zu Problemen der Kirche mit der Französischen Revolution. Gefragt wird immer auch nach Kontinuitäten christlicher Prä­senz, nach Reformen und Neuanfängen und auch nach Brüchen in den christlichen Traditionen.

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© Dominik Fitz / Universität Bonn

Grundlegende Literatur:
Arnold Angenendt, Das Frühmittelalter. Die abendländische Christen­heit von 400 bis 900, Stuttgart ³2001.
Franz Xaver Bischof (u.a.), Einführung in die Geschichte des Christen­tums, Freiburg/Basel/Wien 2012.
 
Literatur wird zu Beginn der Vorlesung zu jedem Einzelthema bekannt gegeben.
 
Beginn: Mittwoch, 06. April 2022

2. Vorlesung (10100802) Moderne und Milieu – Die Katholische Kirche im 20. Jahrhundert

(M 17, M Aufbau 1 hist.Theol., M Aufbau 2 syst./prakt./bibl. Theol)

Dienstag, 10-12 Uhr, HS VII, 2 SWS
 
Die Entwicklung der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert, sowohl für Deutschland als auch für die Weltkirche, zeigt bemerkenswerte Transformationsprozesse, deren historische Kontexte und Bedeutungen im Mittelpunkt der Vorlesung stehen werden. Themen werden u. a. sein die Entwicklung des katholischen „Milieus“, die Rolle der Liturgischen Bewegung, der politische Katholizismus, Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus, Kirche in der jungen Bundesrepublik, Vatikanum II und Würzburger Synode.
Zu den Themen der Vorlesung werden regelmäßig Quellentexte zusammengestellt, deren zeitnahe Lektüre Voraussetzung für das Verständnis der Vorlesung ist. Prüfungsrelevante Pflichtlektüre wird zu jedem Einzelthema zu Beginn der Vorlesung bekanntgegeben.

Literatur:
Alberigo, Guiseppe, Die Fenster öffnen. Das Abenteuer des Zweiten Vatikanischen Konzils, Zürich 22007 und weitere Auflagen.

Damberg, Wilhelm, Moderne und Milieu (1802-1998) (Geschichte des Bistums Münster 5), Münster 1998.

Hürten, Heinz, Deutsche Katholiken 1918-1945, Paderborn 1992.

Hummel, Karl-Joseph (Hg.), Zeitgeschichtliche Katholizismusforschung. Tatsachen, Deutungen, Fragen. Eine Zwischenbilanz (VKfZg B 100) Paderborn 2004.

Kösters, Christoph/Ruff, Mark Edward (Hg.), Die katholische Kirche im Dritten Reich. Eine Einführung, Freiburg 2011.

Pesch, Otto Hermann, Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965). Vorgeschichte, Verlauf, Ergebnisse, Nachgeschichte, Würzburg 21994 und weitere Auflagen.


Beginn: Dienstag, 05. April 2022

3. Hauptseminar (10100803) Gleiche Würde – ungleiche Rechte? Geistliche Frauen im Mittelalter (mit Exkursion)

(M 17, M Aufbau 1 hist.Theol., M Aufbau 2 syst./prakt./bibl. Theol)

Montag, 14-16 Uhr, (Raum 2.015, SR 3), 2 SWS

Frauenrollen in der mittelalterlichen Gesellschaft sind ein vieldiskutiertes Thema – von der völligen Unterdrückung aller Frauen bis zur vermeintlichen Emanzipation selbständiger Beginengemeinschaften reichen die Vorstellungen.
Im Seminar sollen die besonderen Möglichkeiten geistlicher Frauen zur Überwindung klassischer Rollenschemata untersucht werden. Welche Möglichkeiten hatten Äbtissinnen in ihren Herrschaftsbereichen? Wie selbständig oder doch von den Herkunftsfamilien geprägt war das Leben von Klosterfrauen? Und wie emanzipiert waren Beginen wirklich?
Alle diese Fragen und Konzepte sollen anhang einer bestimmten „Klosterlandschaft“ untersucht werden, so daß regionale Besonderheiten und landesherrschaftliche Vorprägungen in die Realität geistlicher Frauengemeinschaften einbezogen werden können.
Neben regelmäßigen Seminarsitzungen umfaßt das Seminar eine Exkursion vom 8.-10. Juni 2022 (in der vorlesungsfreien Exkursionswoche nach Pfingsten). Alle weiteren Informationen in der ersten Sitzung des Seminars am 4. April 2022.

Einführende Literatur:

Bodarwé, Katrinette, Sanctimoniales litteratae. Schriftlichkeit und Bildung in den    ottonischen Frauenkommunitäten Gandersheim, Essen und Quedlinburg, Münster 2004.
Böhringer, Letha, Geistliche Gemeinschaften für Frauen im mittelalterlichen Köln (=Libri Rhenani Series Minor 5) Köln 2009.
Felten, Franz J.,  Vita religiosa sanctimonialium. Norm und Praxis des weiblichen religiösen Lebens vom 6. bis zum 13. Jahrhundert, hg. von Christine Kleinjung       (=Studien und Texte zur Geistes- und Sozialgeschichte des Mittelalters 4) Korb 2011.
Frings, Jutta (Hg.), Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern. Ausstellungskatalog Essen/Bonn, München 2005.
Gleba, Gudrun, Reformpraxis und materielle Kultur. Westfälische Frauenklöster im späten Mittelalter, Husum 2000.
Hamburger, Jeffrey (Hg.), Frauen – Kloster – Kunst. Neue Forschungen zur Kulturgeschichte des Mittelalters, Turnhout 2007.
Hengst, Karl (Hg.), Westfälisches Klosterbuch, Bde. 1-3, Münster 1992/1994/2003.
Kier, Hiltrud/Gechter, Marianne (Hg.), Frauenklöster im Rheinland und in Westfalen, Regensburg 2004.
Muschiol, Gisela, Versorgung, Unterdrückung, Selbstbestimmung? Religiöse Frauengemeinschaften als Forschungsfeld, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 27 (2008) 13-25.

Beginn: Montag, 04. April  2022

4. Seminar (10100804) Auf den Spuren Luthers – Zentrale Orte der Reformation

(Prof. Dr. G. Muschiol durch Mag. Theol. A. Busch )
(LWP 2 / M 15/M23)

Die Übung findet als Exkursion am 1. – 3. Juli samt vorbereitender Sitzung statt.

Die Reformation ist eines der prägendsten Ereignisse der Neuzeit. Die seit Jahrhunderten bestehende Reichskirche wird gespalten und eine neue Konfession entsteht. Dreh- und Angelpunkt der Reformation und der protestantischen Identitätsfindung ist der (ehemalige) Augustinermönch Martin Luther. Zentrale Wirkungsstätten Luthers werden im Zuge der Konfessionalisierung zu Identitäts- und Erinnerungsorten für die evangelische Kirche. Im Zuge der nationalen Einigung Deutschlands im 19. Jh. entstehen in diesem Zusammenhang auch nationale Erinnerungsorte.
Im Mittelpunkt der Übung steht die dreitägige Exkursion, bei der zentrale Orte der Reformation und der protestantischen Identität (Wartburg, Lutherhaus in Eisenach; Augustiner-Eremiten-Kloster Erfurt etc.) besichtigt werden sollen. In den vorbereitenden Sitzungen werden die Grundlagen für die nachfolgende Exkursion gelegt. In der Übung wird auch auf die Deutungsmacht von Erinnerungsorten eingegangen werden.

Studienleistungen:
- Teilnahme an der Exkursion
- Übernahme eines Impulsreferates
Die genauen Teilnahmebedingungen werden bei der Vorbesprechung besprochen.

Termine:
- Vorbesprechung: 6. Mai 2022, 16 Uhr c.t., SR 3
- Vorbereitende Sitzung: 21. Mai 2022, 9-12 Uhr, SR 4
- Exkursion: 1.-3. Juli 2022
Kostenbeitrag: ca. 100 € (weitere Zuschüsse sind beantragt)

Anmeldung unter annobusch[at]uni-bonn.de bis zum 22.04.2022 erforderlich.

Einführende Literatur:

Leppin, Volker, Die Reformation (Geschichte Kompakt) Darmstadt 22017.
Reinhard, Volker, Luther der Ketzer. Rom und die Reformation, München 2016.
 

5. Seminar (UNIVERSITÄT KÖLN 10100805) Klöster in Köln - Zwischen Grundbesitz und Frömmigkeit.

(Prof. Dr. G. Muschiol)
Dienstag, 16– 17.30 Uhr, 107b Seminarraum B I (Kerpener Str. 20)
2 SWS

Im Seminar soll die Entwicklung einer kirchlichen „Sonderwelt“ am Beispiel der Stadt Köln nachgezeichnet werden. Keine andere Stadt des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Deutschen Reiches hatte in ihren Mauern mehr Konvente als die Stadt Köln.
Im Seminar soll einerseits die Vielfalt geistlicher Entwürfe einer vermeintlich einheitlichen „Mönchtums“ untersucht werden, andererseits sollen die spezifischen Bedingungen der „Klosterlandschaft Köln“ eruiert werden. Zu den Leitfragen der gemeinsamen Arbeit gehören Fragen nach der religiösen Begründung einer christlichen Absonderung, zu den grundlegenden Entwürfen einer Ordensidentität (Regeln und Konstitutionen), zum Verhältnis von Männern und Frauen unter klausurierten Bedingungen, zur wirtschaftlichen Grundlage dieser autonomen Institutionen und zur Wirkungsweise in die jeweils zeitgenössische städtische Gesellschaft Kölns hinein.
Das Seminar wird als Präsenzveranstaltung stattfinden. Nach einführenden Seminarsitzungen sind mehrere Exkursionen in Köln geplant.

Grundlegende Literatur zur Vorbereitung:
Klaus Gereon Beuckers, Köln: Die Kirchen in gotischer Zeit (=Stadtspuren. Denkmälier in Köln 24) Köln 1998.
Karl Suso Frank, Grundzüge der Geschichte des christlichen Mönchtums, Darmstadt 51993.
Elias Füllenbach (Hg.), Mehr als Schwarz und Weiß. 800 Jahre Dominikanerorden, Regensburg 2016.
Hegel, Eduard (Hg.), Geschichte des Erzbistums Köln, 5 Bde, Köln 1971-1987.
Historische Gesellschaft Köln (Hg.), Geschichte der Stadt Köln (geplant 13 Bde, erschienen 10 Bände) Köln 2004-2021.
Heiner Jansen u. a. (Hg.), Der historische Atlas Köln. 2000 Jahre Stadtgeschichte in Karten und Bildern, Köln 2003
Gert Melville, Die Welt der mittelalterlichen Klöster. Geschichte und Lebensformen, München 2012.
Stefan Pohl/Georg Mölich, Das rechtsrheinische Köln. Seine Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart, Köln 1994.
 
Weitere Spezialliteratur wird in der Veranstaltung vorgestellt.

Beginn: Dienstag, 05. April 2022

Siehe Kölner Lehrveranstaltungsverzeichnis.


6. Forschungskolloquium (100100569) Oberseminar: Neue Forschung in der MNKG

Die Veranstaltung richtet sich an HabilitandInnen und DoktorandInnen sowie an ExamenskandidatInnen, die ihre Abschlussarbeit im Fach Mittlere und Neuere Kirchengeschichte schreiben.
Interessenten melden sich bitte unter ikg@uni-bonn.de an.

7. Seminar (10100711) Männerwelten – Frauenwelten? Was Geschlecht in der Theologie bedeuten kann.

(Prof. Dr. G. Muschiol durch Mag. Theol. Sr. Jakoba Zöll)

(M 15 / M 23, M hist+)
Montag, 10-12 Uhr (Raum 2.015, SR 3), 2 SWS

Geschlecht, bzw. Gender ist heute ein allgegenwärtiges Thema. Ob in Politik, Sprache, Kirche oder Alltag, überall wird über Gender und die dazugehörigen Theorien diskutiert. In der von der Arbeitsstelle für theologische Genderforschung angebotenen Übung „Männerwelten - Frauenwelten? Was Geschlecht in der Theologie bedeuten kann“ soll Gender als wissenschaftliches Analysekriterium erarbeitet werden. In der ersten Hälfte der Übung wird die historische Entwicklung der Kategorie Gender in den Geisteswissenschaften und der Rezeption in der Theologie und der Katholischen Kirche im Fokus stehen. In der zweiten Hälfte werden konkrete Beispiele aus der Kirchengeschichte bearbeitet, an denen der spezielle Blickwinkel des Analysekriteriums Gender für kirchengeschichtliches Arbeiten erprobt werden soll.

 
Beginn: Montag, 11. April 2022


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