Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

Lehrveranstaltungen am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte im Wintersemester 2022/23

1. Vorlesung (10100158) Glaube und Geschichte und Gesellschaft

(M 9, M Aufbau 1 Hist., Aufbau Hist.) 
Dienstag, 10-12 Uhr, HS XIV, 2 SWS
 
In der Vorlesung werden die gesellschaftlichen Dimensionen christlichen Handelns in der Geschichte vorgestellt, darüber hinaus auch die spezifische Wirkung der Orden und geistlichen Bewegungen auf die Gesamtheit der Christen in der Welt.
 
Literatur:
Frank, Karl Suso, Grundzüge der Geschichte des christlichen Mönchtums, Darmstadt 51993.
Weitlauff, Manfred, Kirche im 19. Jahrhundert, Regensburg 1998.

Beginn: Dienstag, 11. Okt. 2022

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© Dominik Fitz / Universität Bonn

2. Vorlesung (10100159) Christentum zwischen Gewalt und Toleranz

(M 14) 
Montag, 12-13 Uhr, HS XV, 1 SWS
 
Das Christentum hat zu unterschiedlichen Zeiten in seiner Geschichte mit religiösen Gemeinschaften außerhalb der Kirche, aber auch mit innerkirchlichen Gruppen immer wieder Auseinandersetzungen gehabt, die bis zu gewaltsam ausgetragenen Konflikten reichen konnten. Von der Inquisition über die Kreuzzüge bis zum Verhältnis zwischen Juden und Christen in Mittelalter und Neuzeit reichen die Themen der Vorlesung.
 
Literatur:
Angenendt, Arnold, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster 92018.

Beginn: Montag, 10. Okt. 2022

3. Hauptseminar (10100160) Barbarossa und das Rheinland

(LM1, M Aufbau 1 hist., Aufbau Hist.)
Montag, 16-18 Uhr, Seminarraum 2, 2 SWS
 
1122, vor 900 Jahre, wurde Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, geboren. Im Seminar soll die Bedeutung des Kaisers für das Rheinland im Mittelpunkt stehen – diese reicht von seiner eigenen Krönung in Aachen bis zur Heiligsprechung Karls des Großen, von der Installierung Rainalds von Dassel als Kanzler des Reiches (mit weitreichenden Folgen für die Frömmigkeit der Kölner Kirche) bis zur Förderung der Zisterzienser und der Prämonstratenser. Barbarossa war intensiv an den Reformen und Erneuerungen des 12. Jahrhunderts beteiligt. Diesen Spuren soll – auch durch den gemeinsamen Besuch der derzeitigen Jubiläumsausstellung – nachgegangen werden.
 
Einführende Literatur:
Constable, Giles, The reformation of the twelfth century, Cambridge 1996.
Görich, Knut, Friedrich Barbarossa. Eine Biographie, München 2022.
Rueß, Karl-Heinz/Bühler, Arnold (Hg.), Friedrich Barbarossa (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst 36) Göppingen 2015.

Beginn: Montag, 10. Okt. 2022
 

4. Seminar (10100157) Macht und Mission im europäischen Frühmittelalter. Einführung in das Studium der MNKG

(Prof. Dr. G. Muschiol durch Mag. Theol. Sr. Jakoba Zöll)
(M2, LG2, M Basis hist., M Aufbau 2 bibl./syst./prakt., Bas. hist.)

Montag, 10-12 Uhr, Seminarraum 4


Europa befindet sich um 400 im Umbruch: Das Weströmische Reich kann dem inneren und äußeren Druck immer schlechter stand halten, es bilden sich gentile Reiche auf römischem Reichsgebiet, Rom wird 410 durch Alarich erorbert und geplündert, große Städte verlieren an Attraktivität, die Bevölkerung wird durch Pestwellen bis zu einem Drittel reduziert, es entwickeln sich lokale Nationalsprachen, die Literarität nimmt rapide ab und es entwickelt sich eine oral geprägte Kultur. Und die Religion? Wie entwickelt sich das Christentum in Europa im breiten Übergangsstreifen von der Spätantike zum Frühmittelalter? Welche theologischen und machtpolitischen Überlegungen prägen und prägt das Christentum Europas von 400 bis 800? Und warum werden im 7. und 8. Jahrhundert Missionare wie Columban, Bonifatius und Lioba so wichtig und erfolgreich?
Diesen Fragen wird im Seminar gemeinsam nachgegangen. Dafür stehen zunächst die unterschiedlichen Spielarten des Christentums im Zentrum, die für die Geschichte des europäischen Mittelalters prägend werden: Das angelsächsische und das irische Christentum. Durch Missionare und Missionarinnen gelangen beide Strömungen aufs europäische Festland und prägen das entstehende Frankenreich entscheidend mit. Die Symbiose zwischen politischer Macht und religiöser Mission steht hier im Zentrum der Überlegungen im Seminar.
Das Seminar "Macht und Mission im europäischen Frühmittelalter" ist ein Proseminar, daher steht gleichwertig neben der inhaltlichen Beschäftigung  die Einführung in die Methodik der Mittleren und Neueren Kirchengeschichte. Im Laufe des Semesters lernen Sie die Kirchengeschichte als Theologische Fachdisziplin kennen und erlernen deren spezifische Methodik [Historisches Lesen; Quellenanalyse und Anfertigen einer kirchengeschichtlichen Seminararbeit].

Beginn: Montag, 17. Okt. 2022

 

5. Seminar (10100161) Theologie für die Gegenwart. Perspektiven für die theol. Genderforschung

(Prof. Dr. G. Muschiol durch Mag. Theol. Sr. Jakoba Zöll)  
(LWP2, M 15 / M 23)

Montag, 18-19.30 Uhr, Seminarraum 2, 2 SWS


Geschlecht, bzw. Gender ist heute ein allgegenwärtiges Thema. Ob in Politik, Sprache, Kirche oder Alltag, überall wird über Gender und die dazugehörigen Theorien diskutiert. Auch in der Theologie ist die Genderforschung längst angekommen. Welchen Beitrag kann die Genderforschung innerhalb der Theologie und ihren Teildisziplinen leisten? Wie lassen sich gendertheoretische Fragestellungen in das eigene theologische Arbeiten integrieren? Und ist Gender eigentlich relevant für alle theologischen Disziplinen oder nur ein Orchideenfach der Theologie?
 In der von der Arbeitsstelle für theologische Genderforschung angebotenen Übung „Theologie für die Gegenwart. Perspektiven der Theologischen Genderforschung” stehen diese Fragen im Mittelpunkt.
In der Übung werden zunächst Grundlagen, Methodik und Anliegen der Theologischen Genderforschung erarbeitet.
Im Fokus stehen nach dieser grundlegenden Einführung ganz konkrete Forschungsfelder der Theologischen Genderforschung innerhalb der Theologie. Vertreter:innen aller Fachrichtungen der Theologie (praktische, systematische, historische und biblische Theologie) geben in den einzelnen Sitzungen Einblicke in die je eigenen gendertheologischen Forschungsfelder. So stehen in jeder Sitzung neu konkrete Themen und Forschungsfragen im Mittelpunkt, die Genderforschung und Exegese/Dogmatik/Fundamentaltheologie/Religionspädagogik/Kirchengeschichte u.s.w. fruchtbar zusammenbringen. Gemeinsam werden diese Themenkomplexe beispielhaft erarbeitet und deren Relevanz für die Theologie gemeinsam erörtert.
Sie erhalten so einen breiten Einblick in die Vielgestaltigkeit gendertheologischen Arbeitens und lernen ein gesamttheologisches Analysekriterium mit hoher Gegenwartsrelevanz an konkreten Forschungsfragen kennen.

Die Uhrzeit der Übung wird in der ersten Sitzung am 17. Oktober um 18:00 Uhr gemeinsam vereinbart.
Beginn: Montag, 17. Okt. 2022

6. Seminar (UNIVERSITÄT KÖLN 10100162) Katholische Kirche im Nationalsozialismus. Einführung in das Studium der MNKG

(Prof. Dr. G. Muschiol durch Mag. Theol. A. Busch

Freitag, 10-11.30 Uhr, 103 Seminarraum S 76, 2 SWS
 
Das Proseminar bietet eine Einführung in das Studium der Neueren Kirchengeschichte.
Mit der Erstaufführung von Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth im Jahr 1963 entwickelt sich eine große Diskussion über die Rolle des Papstes und der Katholischen Kirche in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur, die bis heute andauert. Welche Rolle hat der Papst, welche haben die katholischen Bischöfe in Deutschland gespielt? Wie hat sich die katholische Kirche zum Antisemitismus positioniert? Welche Formen und Motivationen christlichen Widerstandes gab es? Dieses Seminar möchte sich dieser Fragen annehmen, anhand von Quellen bearbeiten und in den historischen Kontext einordnen.
Methodisch wird im Proseminar die grundlegende wissenschaftliche Arbeitsweise eingeübt, angewandt und vertieft; Fragestellungen und Methoden der Kirchengeschichte stehen dabei im Mittelpunkt (z.B. Literaturrecherche, Quellenanalyse). Bis zum Abschluss des Proseminars sollen so alle notwendigen Arbeitsschritte zum Verfassen einer Hausarbeit eingeübt sein.
Methodisch wird im Proseminar die grundlegende wissenschaftliche Arbeitsweise eingeübt, angewandt und vertieft. Fragestellungen und Methoden der Kirchengeschichte stehen dabei im Mittelpunkt (z.B. Literaturrecherche, Quellenanalyse). Bis zum Abschluss des Proseminars sollen so alle notwendigen Arbeitsschritte zum Verfassen einer Hausarbeit eingeübt sein.

Studienleistungen:
- Genaue Studienleistungen werden noch veröffentlicht
- Vor- und Nachbereitung der Sitzungen
- Hausarbeiten sind möglich (Textteil: 30.000 - 40.000 Zeichen inklusive Leerzeichen)

Die genauen Modalitäten werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Das Seminar beginnt am 21. Oktober 2022.
Einführende Literatur:
Christoph Kösters/Mark Edward Ruff (Hg.), Die katholische Kirche im Dritten Reich. Eine Einführung, Freiburg 2011.
Karl-Joseph Hummel/Michael Kißener (Hg.), Die Katholiken und das Dritte Reich. Kontroversen und Debatten, Paderborn 2, 2010.
 
Beginn: Freitag, 21. Okt. 2022
 
Siehe Kölner Lehrveranstaltungsverzeichnis.
 

7. Forschungskolloquium (100100163) Oberseminar: Neue Forschung in der MNKG

Die Veranstaltung richtet sich an HabilitandInnen und DoktorandInnen sowie an ExamenskandidatInnen, die ihre Abschlussarbeit im Fach Mittlere und Neuere Kirchengeschichte schreiben.
Interessierte melden sich bitte unter ikg@uni-bonn.de an.


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