Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

25. September 2026

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2026/2027 Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2026/2027

Hier finden Sie die aktuellen Lehrveranstaltungen der Fundamentaltheologie für das WiSe 2026/2027

Lehrveranstaltungen
Lehrveranstaltungen © Dominik Fitz / Universität Bonn
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1. Vorlesung
Glauben denken. Einführung in die Fundamentaltheologie (101150301)

JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap
M3; LG 3; B Basis Sys Theol A; Basis Sys Theol B; BF SysTheol Basis        2 SWS

Ort und Zeit:
Dienstag, 14.00 bis 16.00 c.t.; wöchentlich
Raum: Hauptgebäude / Schloss, Regina-Pacis-Weg 1, Hörsaal XVI
Beginn: 20.10.2026
Ende: 02.02.2027

Kommentar: 
Weil Glauben und Denken zusammengehören, hat sich die christliche Theologie auf einen langen und spannenden Denkweg begeben und ein Selbstverständnis als „Glaubenswissenschaft“ ausgeprägt. Die Einführungsvorlesung in die Fundamental-theologie behandelt insbesondere folgende fundamentalen Fragen:  Was heißt „Glauben“ im Unterscheid zum „Wissen“ – und warum kann es dennoch vernünftig sein, zu glauben? Was heißt es eigentlich, theologische „Erkenntnis“ zu gewinnen? Welche Stimme spielt die Theologie im Konzert der Wissenschaften? Was ist die Aufgabe der Fundamentaltheologie und was sind ihre klassischen Frage- und Problemstellungen?

2. Vorlesung
Kirche: Mysterium oder mysteriös? 
Einführung in die Ekklesiologie I (101151008)

JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap
M10, LA 3; AufSyst A/B ; BFSysA1K           2 SWS

Ort und Zeit:
Mittwoch 10:00 bis 12:00 Uhr c.t.; wöchentlich
Hauptgebäude / Schloss, Regina-Pacis-Weg 1, Hörsaal XIV
Beginn: 21.10.2026
Ende: 03.02.2027

Kommentar:  
Die Kirche gibt’s. Jede*r hat seine Erfahrungen mit Kirche und sie gehört daher zum Konkretesten, womit wir es in der Systematischen Theologie zu tun haben. Aber warum gibt es Kirche? Was ist ihre Daseinsberechtigung, ihr Sinn? Was macht sie katholisch? Warum ist sie so strukturiert, wie sie strukturiert ist – mit Papst, Bischöfen, Konzilien und Synoden etc.? Viele weitere Fragen, auch aktuell heiß diskutierte, werden sich hier anschließen – etwa die vielfältigen gesamtgesellschaftlichen und innerkirchlichen Transformationsprozesse der Gegenwart, welche die Kirche(n) unmittelbar betreffen (Stichwort: Pluralisierung, Säkularisierung, Konversionen und De-Konversionen sowie innerkirchliche Fragen von Partizipation, Uniformität, Reform). Das Ziel der Vorlesung ist es, die klassischen wie aktuellen „Kirchenthemen“ auf der Grundlage einer profunden, historisch informierten und systematisch-theologisch argumentierenden Grundlage umfassend zu verstehen und zu diskutieren.

Die Vorlesung umfasst sowohl die dogmatische als auch die fundamentaltheologische Ekklesiologie und wird (im Modul M10) im Sommersemester 2027 fortgesetzt (1 SWS).

3. Vorlesung
Offenbarung und Glaube
Über zwei absolute Grundbegriffe des Christentums, was sie konkret meinen und wie sie zusammenhängen 

JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap
SM2; AM3; SM2               2 SWS

Ort und Zeit:
Hörsaal C, 105 Hörsaalgebäude, Universitätsstr. 35, 50931 Köln
Freitag, 10:00-11:30 Uhr 
Beginn: 16.10.2026 // Ende: 05.02.2027

Kommentar:
„Offenbarung“ ist nach K. Rahner der Schlüsselbegriff des Christentums schlechthin. „Glaube“ wäre wohl das entsprechende Gegenstück zu diesem Schlüssel. In dieser Vorlesung werden wir diesen beiden Schlüsselbegriffen des Christentums – und den dahinterliegenden menschlichen Erfahrungen – auf den Grund gehen. Dazu nähern wir uns den Phänomene Offenbarung und Glaube von verschiedenen Seiten an. Wir schauen etwas näher auf das Offenbarungsdokument des Zweiten Vatikanischen Konzils „Dei Verbum“ (1965) und dann noch genauer, wie ein damals junger Fundamentaltheologe aus Bonn, Joseph Ratzinger, das Denken über Offenbarung und Glaube auf dem Konzil entscheidend beeinflusst hat. Dann werden wir – 60 Jahre später – auf aktuelle theologische Diskussionen um Offenbarung eingehen und auf die Frage, wie die Selbstmitteilung Gottes vor dem Hintergrund von menschlicher Vernunft, Subjektivität und Autonomie gedacht werden kann. Entsprechend gilt es auch zu verstehen, wie „Glaube“ unter den Bedingungen einer säkularen und individualisierten Gesellschaft möglich ist und wie heutige Stile des Glaubens aussehen können.

Lehrveranstaltung an der Universität zu Köln im Rahmen des Kooperationsvertrags.

4. Kolloquium/Tutorium (101150302)
Prüfungskolloquium zur Vorlesung „Glauben Denken. Einführung in die Fundamentaltheologie

Im Kolloquium haben die Studierenden die Möglichkeit, Themen der Einführungsvorlesung zu vertiefen und zu diskutieren. Im Vorfeld zur Prüfung bietet das Kolloquium die Möglichkeit, Inhalte zu wiederholen, Fragen zu stellen und die mündliche Gesprächssituation zu erproben.

M3         1 SWS
Frieda Kries

Ort und Zeit:
nach Vereinbarung

5. Seminar (101150802)
Vater, Mutter, Gott!? Gottesbilder zwischen Metapher und Wirklichkeit

Gottesbilder gibt es viele: Gott als Vater, als Mutter, als Freund*in oder wahlweise als Feuersäule oder säuselnder Wind. Im philosophischen und theologischen Nachdenken erscheint Gott als Person, als Seinsgrund der Schöpfung oder die Welt als Gottes Körper. Gottesbilder verraten etwas über unsere normativen Vorannahmen und sind gleichzeitig subjektive Konstruktionen und stets im Wandel. Im Seminar sollen grundlegend der Einsatz von Bildern und Metaphern in der theologischen Gottesrede erarbeitet und reflektiert werden. Die Studierenden lernen, die Chancen und Grenzen ausgewählter Gottesbilder sowie ihre Realitätskompatibilität zu analysieren. Schließlich sollen Gottesbilder im Kontext gesellschaftlicher, ökologischer und psychologischer Herausforderungen gedeutet werden.

LA 3 / AufSys         2 SWS
Frieda Kries

Ort und Zeit:
Rabinstr. 8; Seminarraum 1
Donnerstag, 16:00–18:00 c.t.
Beginn: 22.10.2026 // Ende: 28.01.2027
Ausfalltermine: 24.12.2026, 31.12.2026

6. Oberseminar (101150011)
Lektüre und Diskussion von „John D. Caputo: Die Torheit Gottes.
Eine radikale Theologie des Unbedingten

Beginn: 15.01.2027 // Ende: 16.01.2027             1 SWS
Teilnahme auf pers. Einladung

7. Seminar/Übung (101151404)
„Ressentiment gegen das Leben“
Nietzsches Kritik des biblischen Monotheismus

Für Theolog:innen ist Friedrich Nietzsche vor allem der Autor einer fulminanten Kritik des Christentums; die Liste der Anklagen ist lang: „Fälschung aller Natur, aller Natürlichkeit, aller Realität“, „Entnatürlichung der Natur-Werthe“, „Ressentiment gegen das Leben“, „welch schauderhaftes Heidenthum“ und schließlich: „Nihilist und Christ: das reimt sich, das reimt sich nicht bloss...“ Starke Worte also. Es wird oft übersehen, dass für Nietzsche das Christentum eine konsequente Fortsetzung des nachexilischen Judentums und des sich in dieser Zeit entwickelnden Monotheismus ist. Die Kritik des biblischen Monotheismus und über ihn hinaus des Christentums gehören in den Kontext seiner ‘Archäologie’ der Zivilisation. Nietzsche denunziert hellsichtig das unterdrückende, naturbeherrschende Moment der Zivilisation (zu der auch die Religion gehört) bis in die Imperative der Moral hinein, verherrlicht aber andererseits vitalistisch das Gewaltsame in der Natur, von der das Projekt der Zivilisation sich zu emanzipieren versuchte. Einer Ethik der Starken, Vitalen steht der „Sklavenaufstand in der Moral“ gegenüber.

Das Seminar versucht, diese Zusammenhänge zu erhellen, verbunden mit der Frage, ob die Sklavenmoral nicht die Kehrseite einer Herrenmoral ist, die im biblischen Monotheismus zumindest im Ansatz problematisiert wurde.

Textgrundlage bildet die Edition von Giorgio Colli und Mazzino Montinari: Friedrich Nietzsche, Kritische Studienausgabe, München-Berlin-New York 1988 u.ö. Besondere Beachtung verdienen die Texte im Band 6. Eine Bibliographie wird auf E-Campus zur Verfügung stehen

PlusSyst; M15A-2, M15B-2; M23A-2; M23B-2; LWP 3                                                     2 SWS
apl. Prof. Dr. René Buchholz

Ort und Zeit:     
Rabinstr. 8; Übungsraum 03-100
Donnerstag, 10:00-12:00 c.t.
Beginn: 22.10.2026 // Ende: 04.02.2027

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