Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026

Anspruch und Ereignis. Theologie der Offenbarung (101150805)

JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap
1 SWS

Ort und Zeit:
Do. 14 (c.t.) bis 16; wöchentlich
Raum: Rabinstr. 8, Seminarraum 1
Beginn: 16.04.2026
Ende: 16.07.2026

Zweite Semesterhälfte: 18.6. // 25.6. // 2.7. // 9.7. //16.7.
+ 1h Auftakttreffen am 30.4. 13-14 Uhr (Vorschlag!)

Kommentar: 
Offenbarung ist nach K. Rahner der „Schlüsselbegriff“ des Christentums. In dieser Vorlesung werden wir nach einer Grundlegung zum einen dem Fokus auf die Offenbarungskonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils „Dei Verbum“ legen und u.a. die offenbarungstheologischen Beiträge Joseph Ratzingers untersuchen, die in seine Bonner Zeit fallen. Zum anderen werden wir – 70 Jahre später – auf die aktuellen Debatten um Offenbarung eingehen und auf die Frage, wie Selbstmitteilung Gottes im Umfeld von menschlicher Vernunft, Subjektivität und Autonomie möglich ist. Dabei spielt auch die aktuelle theologische Debatte um „Offenbarung“ als objektiver Glaubensgrund vs. „Offenbarung“ als menschliche Deutungskategorie eine Rolle.

Vorlesung: Glauben heißt nicht Wissen? Theologische Erkenntnislehre (101150501) 

JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap
M5: Vernunft und Glaube               1 SWS

Ort und Zeit:
Do. 14 (c.t.) bis 16; wöchentlich
Raum: Rabinstr. 8, Seminarraum 1
Beginn: 16.04.2026
Ende: 16.07.2026

Erste Semesterhälfte: 23.4.// 30.4. // 7.5. // 21.5. // 11.6. (+ Selbstlernphase)

Kommentar:  
In dieser Vorlesung begeben wir uns in den Maschinenraum der Theologie und widmen uns der fundamentaltheologischen Erkenntnislehre: Was heißt es eigentlich, theologische Erkenntnis zu gewinnen und mit welchen Methoden arbeitet die Theologie? Warum heißt „Glauben“ nicht „Wissen“ und warum kann es dennoch vernünftig sein, zu glauben und den Glauben wissenschaftlich zu ergründen? Welche unterschiedlichen Begründungsansätze, Denkformen und Stile prägen die gegenwärtige theologische Landschaft?

Seminar: Analysis fidei. Über den menschlichen Glaubensakt und eine zeitgemäß-dynamische Glaubenstheologie (101151901)

JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap
M 19 / LM 1                2 SWS

Ort und Zeit:
Raum: Rabinstr. 8, Übungsraum 03-100
Dienstag, 14:00–16:00 c.t.
Beginn: 14.04.2026 (!) // Ende: 14.06.2026

Kommentar:
Eine „Theologie des Glaubens“ ist wohl so grundlegend, dass sie nicht einmal explizit als eines der systematischen Traktaten ausformuliert wurde. Doch stellen sich hier Fragen, die grundlegender und aktueller nicht sein können. Davon nur drei: 1. Wie kommt ein Mensch zu Glauben – oder besser der Glaube zum Menschen? Ist das reine Gnade oder wie steht es um soziologische und biographische Bedingungen? 2. Und wenn ein Mensch glaubte – wie sähe das aus? Ist „Glaube“ eine Überzeugung, eine Lehre, ein Lebensstil, ein Gefühl, eine Erfahrung, eine Praxis, ein Wagnis…? 3. Woran ließe sich erkennen (oder messen?) und wie lässt sich theologisch begründen, dass der Glaube eines Menschen wächst, sich verändert, zweifelt, verlorengeht?

In diesem Seminar versuchen wir klassische theologische Glaubenstheologien unter den Denkfiguren von „fides qua“, „analysis fidei“ und dem Natur-Gnade-Verhältnis zu verstehen und sie mit heutigen „Glaubensfragen“ von Biographie, Identität, Authentizität, Optionalität in Verbindung zu bringen und uns so auf die Suche nach einer zeitgemäßen und säkularisierungssensiblen Glaubenstheologie zu machen.

Seminar: „Was wäre wenn…?“ Fundamentaltheologische Gedankenexperimente zu Gott, Religion und unserem Menschsein (101150802)

Im Seminar wollen wir mithilfe von Gedankenexperimenten fundamentaltheologische Grundfragen selbst durchdenken. Fragen sind u.a.: Welche guten Gründe gibt es, zu vertrauen? Wie überzeugend sind Gottesbeweise? Ist Gott wirklich allmächtig, allwissend und allgütig? Was hat die anthropologische Wende mit der ökologischen Krise zu tun? Was ist überhaupt eine Religionsgemeinschaft? Und wäre eine Welt ohne Religion nicht besser? Ziel des Seminars ist es, im fundamentaltheologischen Diskurs sprachfähig zu werden und die eigene theologische Positionierung begründen zu lernen.

Literatur: Neben Quellentexten bes.: Breul, Martin & Tappen, Julian: Von Teekannen, Gott und Gänseblümchen: Theologische Gedankenexperimente. Einführung in die Systematische Theologie. München 2023.

Auf Syst A/B                            2 SWS
Frieda Kries

Ort und Zeit:
Rabinstr. 8; Seminarraum 3
Donnerstag, 14.00 – 16.00 c.t.
Beginn: 23.04.2026 // Ende: 16.07.2026

Seminar/Exkursion (10105194):

800 Jahre Franz von Assisi Historisch-systematische Annäherung an eine unvergessene Persönlichkeit

  • 4x vorherige Präsenzsitzungen (27.04., 04.05., 11.05., 18.05. - jeweils von 14.00-16.00 Uhr im Raum 03.139 in der Rabinstraße 8)
  • Exkursion nach Salzburg 26.–28. Mai 2026
  • Unterbringung im Kapuzinerkloster Salzburg
  • Besuch der Ausstellung „LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi“ im Dommuseum Salzburg
  • max. 14 TN
  • individuelle Anreise auf eigene Kosten; keine weiteren Kosten
  • in M15 / M23, Plus Hist / Plus Syst, LWP 2 / LWP 3 können 3 ETCS erworben werden
    Dozierende: Sr. Jakoba Zöll OSF (MNKG); JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap 

Exkursion (10105193)

3.-9. August 2026 Salzburger Hochschulwochen
Die Salzburger Hochschulwochen sind eine jährliche einwöchige Sommerakademie in Salzburg. Vom 3. bis 9. August 2026 gibt es zum Thema Wer wir sind und sein wollen. Identität: Superkraft und Problemzone zahlreiche Vorlesungen, Diskussionen und Workshops aus einem interdisziplinären Fächerspektrum. Die Theologie bearbeitet dabei gemeinsam mit anderen Wissenschaften Grundsatzfragen sowie Zeichen der Zeit. Von unserer Fakultät gestalten JProf. Stefan Walser und Sr. Jakoba Zöll das Programm mit. Zusätzlich gibt es ein Rahmenangebot aus Gottesdiensten, Studierendentreffen, Konzerten, Empfang von der Stadt Salzburg sowie des Erzbischofs.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://www.salzburger-hochschulwochen.at

Bei einem Vortreffen im Juni können weitere Fragen geklärt werden.

Die Kosten für Unterkunft (mit Frühstück) und Veranstaltung liegen bei ca. 180€. Ein Kostenzuschuss ist beantragt. Vsl. werden wir gemeinsam im Kapuzinerkloster eine Unterkunft beziehen.

Für die Anmeldung, bei Fragen zur Exkursion, Anrechenbarkeit (3 ECTS) oder bei Klärung finanzieller Unterstützung melden Sie sich gerne bei Frieda Kries (frieda.kries@uni-bonn.de). 

M15/M23, LWP 3, PlusSyst                                                                              2 SWS
Frieda Kries

Vorlesung/Übung (1011151404)

WHO IS AFRAID OF BARUCH SPINOZA?

Kritik und Rekonstruktion der Religion im Theologisch-Politischen Traktat
„Spinoza, then, emerged as the supreme philosophical bogeyman of Early Enlightenment Europe”, konstatiert der Philosophiehistoriker Jonathan Israel. Was versetzte mehrere Gelehrte des 17. und 18. Jahrhunderts derart in Aufregung? Wer hatte – und warum – Angst vor dem friedfertigen Produzenten von optischen Gläsern? Da ist erstens die historische Kritik der biblischen Texte, deren menschliche Urheberschaft Spinoza aufzeigt. Wie aber ist dann noch Offenbarung denkbar? Zweitens plädiert Spinoza für die Freiheit des Denkens, das weder von religiösen noch staatlichen Autoritäten zensiert werden darf. Angesichts des hohen Konfliktpotentials, das religiöse Geltungsansprüche oft entfalten, bleibt nur der Rückzug auf ein „sola ratione“. Drittens verabschiedet sich Spinoza in seinem zweiten Hauptwerk, der „Ethik“, von der Idee eines personalen Gottes.

Anhand ausgewählter Texte sollen in diesem Seminar die historischen und philosophischen Voraussetzungen Baruch (de) Spinozas (1632-1677) erschlossen, die Motive und Argumente eines Philosophen diskutiert werden, der radikaler als Descartes das Problemfeld neuzeitlichen Denkens eröffnete.

Als PRIMÄRTEXTE bieten sich an: Baruch de Spinoza, Sämtliche Werke, Band 3: Theologisch-Politischer Traktat. Neu übersetzt von Wolfgang Bartuschat, Hamburg [Meiner] 2012. Darüber hinaus kann Steven Nadlers EINFÜHRUNG in den Theologischen-Politischen Traktat empfohlen werden: A Book Forged in Hell. Spinoza’s Scandalous Treatise and the Birth of the Secular Age, Princeton-Oxford [Princeton University Press] 2011. Eine Auswahlbibliographie, Texte und Links zu deutschen Übersetzungen und YouTube-Lectures werden auf E-Campus zur Verfügung gestellt.

LWP 3                                                                                                                                   2SWS
Apl. Prof. Dr. René Buchholz

Ort und Zeit:
Rabinstr. 8; Übungsraum 03-100
Montag, 10:00–12:00 c.t.

Oberseminar (101150011)

Vorstellung entstehender Arbeiten und Diskussion aktueller systematische-theologischer Fragestellungen. In Kooperation mit dem Institut für Katholische Theologie an der Uni Köln; Teilnahme auf pers. Einladung hin.

JProf. Br. Dr. Stefan Walser OFMCap                                                                2 SWS
am 19./20.06. und 17./18.07.2026; 

 
 

 

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