Im Juni 2026 nahm ich im Rahmen der Erasmus-Personalmobilität an einem Sprachkurs in St Andrews teil. Mit mir reisten zwölf Kolleg:innen der Universität Bonn aus verschiedenen Bereichen an, sowohl aus Technik und Verwaltung als auch aus dem wissenschaftlichen Bereich. Vor Ort kamen weitere Teilnehmende von der Universität Padua und der Universität Prag hinzu.
St Andrews ist eine kleine, traditionsreiche Stadt an der schottischen Küste, in der der erste Tag von vielen ungewohnten Eindrücken geprägt war. Vor allem der Linksverkehr machte deutlich, dass alltägliche Abläufe zunächst eine Umstellung erfordern. Besonders beim Überqueren der Straße ist daher ein wachsamer Blick nach rechts, nach links und sicherheitshalber noch einmal in alle Richtungen erforderlich.
Die Woche war von den Gastgebern hervorragend organisiert. Das abwechslungsreiche und gut strukturierte Programm war in der Regel bis etwa 16 Uhr geplant. Am Vormittag stand der Sprachunterricht im Mittelpunkt, der vor allem auf Konversation ausgerichtet war. Die Gesprächsimpulse wurden jeweils von einem Dozenten gegeben und bezogen sich überwiegend auf Themen aus dem Hochschulalltag wie Universität, Hochschulverwaltung, Arbeitskultur und internationale Zusammenarbeit.
Ergänzt wurde der Unterricht durch organisierte Table Discussions, Networking Aktivitäten und verschiedene Austauschformate. Interessierte Kolleg:innen hatten zudem die Möglichkeit, in Einzelgesprächen vertiefte Einblicke in einzelne Fachabteilungen der Universität St Andrews zu erhalten. Viele nutzten die Woche außerdem, um Kontakte zu Kolleg:innen anderer Universitäten zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und ihr berufliches Netzwerk zu erweitern.
Am Nachmittag folgten verschiedene gemeinsame Aktivitäten, die den Zusammenhalt der Gruppe stärkten. Dazu gehörten unter anderem ein Team Building im Sportzentrum, eine Walking Tour durch die Stadt sowie ein Whisky Tasting. Diese Programmpunkte boten die Gelegenheit, das Gelernte in entspannter Atmosphäre anzuwenden und die internationale Gruppe auch außerhalb des Unterrichts besser kennenzulernen.
Den Abschluss des Sprachkurses bildete eine etwa fünfminütige Präsentation auf Englisch. Obwohl diese Aufgabe zunächst eine gewisse Überwindung kostete, erwies sie sich als wertvolle Erfahrung.
Für mich war der Kurs eine gute Gelegenheit, meine Englischkenntnisse zu verbessern, mehr Sicherheit im Sprechen zu gewinnen und bestehende Hemmschwellen abzubauen. Das Sprachniveau innerhalb der Gruppe war zwar sehr unterschiedlich, wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt als unangenehm empfunden. Im Gegenteil: Die offene und wertschätzende Atmosphäre machte es leicht, Fehler zu machen, weiterzusprechen, gemeinsam darüber zu lachen und sich selbst dabei nicht zu wichtig zu nehmen. Gerade diese Haltung trug wesentlich dazu bei, dass die Gruppe schnell zusammenfand und sich alle aktiv einbrachten.
Die Erasmus-Personalmobilität ist ein sehr geeignetes Instrument der Personalentwicklung, das fachliche, sprachliche und persönliche Entwicklung gleichermaßen fördert. Ich hoffe deshalb, dass dieses Angebot auch vor dem Hintergrund rückläufiger Fördermittel zum Wohle der Mitarbeitenden weiterhin erhalten bleibt.