Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2022

Prof. Dr. Chr. Hornung

Die Vorlesung thematisiert die Entwicklung der Trinitätstheologie und Christologie bis zum Konzil von Konstantinopel im Jahr 381. Behandelt werden die theologischen Konzepte bei Justin dem Märtyrer, Tertullian und Origenes für die vorkonstantinische und Athanasius von Alexandrien, Basilius von Caesarea sowie Gregor von Nazianz für die nachkonstantinische Zeit. Einen eigenen Schwerpunkt bilden die kirchlichen Lehrentwicklungen der sog. ersten beiden ökumenischen Konzile von Nizäa vJ. 325 und Konstantinopel vJ. 381. Insgesamt versucht die Vorlesung so, einen Überblick über das verstandesmäßige und begriffliche Ringen sowie die Entfaltung des christlichen Gottesbekenntnisses in den ersten vier Jahrhunderten der Kirche zu gewähren.
 
Literatur:
F. Dünzl, Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche. Freiburg 22011.
A. Grillmeier, Jesus der Christus im Glauben der Kirche 1-2, 1. Von der Apostolischen Zeit bis zum Konzil von Chalcedon. Das Konzil von Chalcedon. Freiburg 1979-1986.
W.-D. Hauschild / V. H. Drecoll, Lehrbuch der Kirchen- und Dogmengeschichte 1. Alte Kirche und Mittelalter. Gütersloh 52016.
 
montags, 12:00-13:00 Uhr
HS VI
Beginn: 4.4.2022 – 4.7.2022

Prof. Dr. Chr. Hornung

Die Vorlesung richtet sich speziell an Lehramtsstudierende in der Aufbauphase und behandelt zentrale Themen der antiken Kirchengeschichte: u. a. die Mission und Ausbreitung der Kirche in den ersten drei Jahrhunderten, ihre Inkulturation und Abgrenzung, die Christenverfolgungen, die sog. Konstantinische Wende sowie die kirchliche Institutionen- und Amtsentwicklung. Einen eigenen Schwerpunkt bilden die Theologiegeschichte und einzelne Aspekte der Patrologie.
 
Literatur:
E. Dassmann, Kirchengeschichte 1-2, 1f. Stuttgart 32012. 1996. 1999.
K. S. Frank, Lehrbuch der Geschichte der Alten Kirche. Paderborn 32002.
 
montags, 8:00-10:00 Uhr
HS IV
Beginn: 4.4.2022 – 4.7.2022

Prof. Dr. Chr. Hornung 

Die literarische Form der Verteidigung des Glaubens angesichts kritischer Anfragen aus der nichtchristlichen Umwelt, aber auch aus den christlichen Gemeinden selbst wird in der Forschung als Apologetik oder Apologie bezeichnet. Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. lassen sich Petitionen an die Kaiser, später auch Dialoge, Reden und Spottschriften nachweisen, in denen christliche Autoren bald zurückhaltend defensiv, bald polemisch offensiv den christlichen Glauben darzustellen suchen und dabei auf die Moralität der Christinnen und Christen, ihre Loyalität mit dem Herrscher sowie die Überlegenheit der neuen Religion abstellen.
Im Rahmen des Seminars wollen wir uns mit den verschiedenen Formen frühchristlicher und auch spätantiker Apologetik und ihren wichtigsten Vertretern auseinandersetzen. Hierzu zählen Aristides, Justin, Minucius Felix, Tertullian, Laktanz, Augustinus und schließlich Beispiele anonym überlieferter apologetischer Dichtungen.
 
Literatur:
M. Edwards / M. Goodman / S. Price (Hrsg.), Apologetics in the Roman Empire. Pagans, Jews, and Christians. Oxford 2002.
M. Fiedrowicz, Apologie im frühen Christentum. Die Kontroverse um den christlichen Wahrheitsanspruch in den ersten Jahrhunderten. Paderborn 32000.
R. M. Grant, Greek apologists of the second century. Philadelphia 1988.
 
dienstags, 8:00-10:00 Uhr
Ort: SR 3
Dauer: 5.4.2022 – 5.7.2022

Prof. Dr. Chr. Hornung

Die Übung widmet sich ausgewählten asketischen Briefen des Hieronymus. In ihnen entwickelt der Kirchenvater zentrale Gedanken über ein verzichtsvolles christliches Leben. Vor dem Hintergrund eines asketischen Leitideals in der Spätantike werden die Bedeutung der Askese für Jungfrauenstand und Klerus sowie eine Differenzierung zu anderen christlichen Lebensformen ersichtlich.
Die Übung richtet sich an alle, die Interesse an der originalsprachlichen Lektüre antiker Texte haben und ihre Lateinkenntnisse vertiefen wollen. Mit den Briefen des Hieronymus werden zudem ganz zentrale Dokumente christlicher Briefliteratur an der Wende vom 4. zum 5. Jahrhundert thematisiert.
 
Die Texte werden zu Beginn des Semesters in Kopie zur Verfügung gestellt.
 
Literatur:
A. Cain, Jerome and the monastic clergy. A commentary on letter 52 to Nepotian, with an introduction, text and translation. Leiden 2013 = SVigChr 119.
B. Feichtinger, Apostolae apostolorum. Frauenaskese als Befreiung und Zwang bei Hieronymus. Frankfurt a. M. 1995 = Studien zur klassischen Philologie 94.
A. Fürst, Hieronymus. Askese und Wissenschaft in der Spätantike. Freiburg 2016.
 
dienstags, 10:00-12:00 Uhr
Ort: SR 3
Dauer: 5.4.2022 – 5.7.2022

Prof. Dr. Chr. Hornung
Termine nach Vereinbarung (Raum 2.017)
1 SWS

Prof. Dr. Chr. Hornung durch Sebastian Lüke, Mag. Theol. 

Was heißt es, als Christ zu leben, bzw. welcher Art und Bedingung folgt ein spezifisch christliches Leben in der Antike? Wenn es gilt, Jesus Christus nachzufolgen und ihn nachzuahmen, wie sehen dann Lebensformen aus, die ihm entsprechen, und wie verhalten sie sich zueinander? Oder ist nur ein Leben als Wandercharismatiker christusgemäß? Diesen und weiteren Fragen möchte das Seminar nachgehen.
Die Reflexion über unterschiedliche Lebensformen setzt bereits bei nichtchristlichen Philosophen ein (u. a. bei Platon, Aristoteles oder den Kynikern); in Polemiken wurden Philosophen seit jeher kritisiert, deren Leben nicht den gesetzten Prinzipien entsprach. Doch wie ist die Verhältnisbestimmung von vita activa und vita contemplativa? Auch christliche Schriftsteller gingen dieser Frage nach und beantworteten sie u. a. in Auslegung der Lukas-Perikope über Martha und Maria (Lk 10, 38-42). Ebenso entwickelten sich christlich-asketische Lebensformen, die sich teilweise rigoristisch von der Ehe abgrenzten. Die Jungfräulichkeit wurde im Vergleich zur Ehe diskutiert. Die monastische Tradition zeigt darüber hinaus, dass nicht nur ein asketisch-christliches Leben als Einsiedler möglich war, sondern auch ein Gemeinschaftsleben im Koinobitentum für männliche und weibliche Asket:innen in Betracht kam.
 
Literatur:
E. DASSMANN, Ämter und Dienste in den frühchristlichen Gemeinden = Hereditas 8 (Bonn 1994).
K. S. FRANK, Grundzüge der Geschichte des christlichen Mönchtums = Grundzüge 25 (Darmstadt 1975).
CH. HORN, Antike Lebenskunst. Glück und Moral von Sokrates bis zu den Neuplatonikern = Beck’sche Reihe 1271 (München 1998).
D. WEISSER, Quis maritus salvetur? Untersuchungen zur Radikalisierung des Jungfräulichkeitsideals im 4. Jahrhundert = Patristische Texte und Studien 70 (Berlin / Boston 2016).
 
montags, 14:00-16:00 Uhr
Ort: SR 2
Dauer: 11.4.2022 – 4.7.2022

Prof. Dr. Chr. Hornung durch Niklas Seidensticker, Mag. Theol. 

Zur Vorbereitung auf die Modulprüfungen in M2, LG2, M Basis Historische sowie Basis Historische wollen wir uns hier gemeinsam den Stoff der VL „Das Christentum in den ersten drei Jahrhunderten“ aus dem vergangenen Wintersemester erarbeiten und besprechen.

Ort und Zeit werden nach Absprache bekanntgegeben.

An der Universität zu Köln

Prof. Dr. Chr. Hornung

Die Vorlesung behandelt ausgewählte Aspekte der sog. konstantinischen und nachkonstantinischen Kirchen- und Theologiegeschichte vom 4. bis 6. Jahrhundert: Hierzu zählen u. a. die Ereignisse der Konstantinischen Wende und die weitere Entwicklung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche unter Konstantins Nachfolgern. Zudem sollen die Theologie, Lebensformen und Frömmigkeit bis zum Ausgang der Spätantike thematisiert werden.
 
Literatur:
E. Dassmann, Kirchengeschichte 2, 1. Konstantinische Wende und Spätantike Reichskirche. Stuttgart 1996.
Ders., Kirchengeschichte 2, 2. Theologie und innerkirchliches Leben bis zum Ausgang der Spätantike. Stuttgart 1999.
F. Dünzl, Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche. Freiburg 22011.
K. S. Frank, Lehrbuch der Geschichte der Alten Kirche. Paderborn 32002.
 
donnerstags, 14:00-15:30 Uhr
HS E (Hörsaalgebäude)
Beginn: 7.4.2022 – 7.7.2022

Prof. Dr. Chr. Hornung durch Niklas Seidensticker, Mag. Theol.

Kriterien für die Zulassung von Katholik*innen zu Ämtern in der Kirche sind aktuell ein "heißes Eisen" im innerkirchlichen Gespräch, gleichzeitig sind Unterschiede in Gestaltung und Gewichtung des Amtes ein Dauerbrenner im ökumenischen Dialog etwa mit der evangelischen Kirche. In diesem Seminar werden wir uns damit befassen, wie in den frühchristlichen und spätantiken Gemeinden Funktionen und Ämter entstehen, sich bewähren und ggf. wieder verschwinden; auch werden wir fragen, wie diese Institutionalisierung von einzelnen Autoren begründet wird und was sich über weibliche Amtsträgerinnen der genannten Zeit herausfinden lässt. Diesen Fragen wird anhand ausgewählter Quellentexte nachgespürt, die zumeist zweisprachig (gr./lat. – dt.), in jedem Falle aber auf Deutsch zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig sollen die nötigen Kompetenzen für ein eigenständiges, wissenschaftliches Arbeiten auf dem Gebiet der Alten Kirchengeschichte erworben werden.
 
dienstags, 14:00-15:30 Uhr
Ort: Seminarraum S 263
Dauer: 05.04.2022–12.07.2022

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