Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

Zuhören. Verstehen. Konsequenzen ziehen

Erfahrungen von Überlebenden sexueller Gewalt und deren Bedeutung für Theologie und Kirche

Das Projekt untersucht in einem qualitativen Ansatz die Erfahrungen von Betroffenen von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt im Kontext der katholische Kirche mit dem Ziel, den theologischen Diskurs anzuregen und einen Beitrag zu Prävention, Intervention und Aufarbeitung in der Kath. Kirche zu leisten.

Fragestellungen und Ziele

Abgesehen von einigen wenigen Studien, ist nach wie vor vieles unbekannt, was das Verständnis der Auswirkungen und deren Implikationen angeht, die sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche auf die betroffenen Personen haben kann.
Das gilt auch für die Zusammenhänge von Erfahrungen sexualisierter Gewalt und dem religiös-spirituellem Selbstverständnis von Betroffenen. Um diese Aspekte detaillierter zu untersuchen, verfolgt das Projekt drei Ziele und Forschungsfragen:

Zuhören

Den Betroffenen und ihren Erfahrungen kommt eine wichtige Rolle bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Intervention, Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in Theologie und Kirche zu. Das erste Ziel des Projekts ist es daher, betroffenen Menschen zuzuhören und wahrzunehmen, was sie zu diesem Themenfeld zu sagen haben. Im Rahmen des Projekts werden hierzu freiwillige Gesprächspartner gesucht, mit denen halbstrukturierte Interviews geführt werden.

Verstehen

Ein weiteres Ziel ist es, zu verstehen, welche Auswirkungen die Erfahrungen auf den eigenen Glauben bzw. das spirituelle Selbstverständnis haben können und welche Vorstellungen und Erwartungen an Prävention, Intervention und Aufarbeitung in Kirchen und Gesellschaft damit verbinden sein können.

Konsequenzen ziehen

Drittes Ziel ist es, auf dieser Grundlage Konsequenzen für die Intervention, Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche zu ziehen und Impulse und Handlungsorientierungen für Theologie und Kirche zu entwickeln. Diese Einsichten sollen schließlich in Konzepte für Aus- und Weiterbildung von Theolog*innen münden.

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© UBSKM Stock

 Studienaufruf

Bislang gibt es wenig empirisches Wissen über die Auswirkungen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche auf die Betroffenen und ihr religiöses Selbstverständnis. Ziel der Studie ist es, die Erfahrungen von Betroffenen sexuellen Missbrauches in der Kirche wahrzunehmen, zu verstehen und daraus Konsequenzen für Theologie und Kirche zu formulieren. Das Forschungsprojekt will Perspektiven für Aufarbeitung, Prävention und Intervention entwickeln.

Wir möchten zum einen verstehen, welche Auswirkungen die Erfahrung sexuellen Missbrauchs auf den Glauben, das religiöse Selbstverständnis bzw. die persönliche Spiritualität und auf das eigene Verhältnis zur katholischen Kirche haben. Zum anderen interessiert uns, welche theologisch bedeutsamen Erwartungen Betroffene an die Kirche hinsichtlich des Umgangs mit sexuellen Missbrauch und des Umgangs mit den Betroffenen haben.

Zeit und Ort des Interviews werden individuell vereinbart. Vorab besteht die Gelegenheit, offene Fragen zu klären. Das Interview orientiert sich an Leitfragen zu den oben genannten Themen, die im Gespräch vertieft werden können. Für die Dauer des Interviewgesprächs ist ein Zeitrahmen von 60 bis zu 90 Minuten vorgesehen. Selbstverständlich besteht jederzeit die Möglichkeit auf bestimmte Fragen nicht zu antworten.

Die Antworten werden mit Methoden der empirischen Sozialforschung anonym ausgewertet. Die Auswertung der Daten ist die maßgebliche empirische Grundlage für das Verstehen und die theologische Ausarbeitung theoretischer und praktischer Konsequenzen.

Falls Sie Rückfragen haben oder eine Teilnahme an der Studie erwägen, freuen wir uns, wenn Sie mit uns Kontakt
aufnehmen. Bitte schreiben Sie uns dazu eine E-Mail an zvk@uni-bonn.de. Sollten Sie lieber telefonisch mit uns in Kontakt treten wollen, erreichen Sie unseren wissenschaftlichen Mitarbeiter Herrn Schrage unter der 0228/73-5917.
Selbstverständlich behandeln wir Ihre Anfragen und Kontaktdaten vertraulich. Gerne besprechen wir Ihre Fragen, erläutern das weitere Vorgehen und vereinbaren dann ggf. einen Termin für das Interview. Weitere Informationen zur den Zielen und Ablauf der Studie, den beteiligten Personen sowie aktuellen
Entwicklungen finden Sie auf unserer Webseite https://t1p.de/zuveko.

Studienaufruf

Beteiligte Forscher*innen

Avatar Sautermeister

Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister

Projektleitung

+49 228 73-7614

Prof. Dr. Magnus Striet

Kooperationspartner
Avatar Schrage

Jakob Schrage

Projektmitarbeiter

+49 228 73-5917

Machen Sie sich Sorgen um ein Kind oder suchen für sich selbst Hilfe und Unterstützung? - Sprechen Sie darüber. Auf dem Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch finden Sie vertrauliche und professionelle Hilfe per Telefon, Online-Beratung, Chat oder im persönlichen Gespräch durch Fachkräfte, die auf das Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche spezialisiert sind.

Kooperationen

Veröffentlichungen

Hier finden Sie zeitnah Publikationen der an dem Projekt beteiligten Forscher*innen.

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