Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

31. Oktober 2023

Projekt Diskursives Lehren – nachhaltiges Lernen gestartet Projekt "Diskursives Lehren – nachhaltiges Lernen" gestartet

Projektvorstellung

Diskursives Lehren – nachhaltiges Lernen
Diskursives Lehren – nachhaltiges Lernen © Unsplash / Maya Maceka
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.

Open Science, Open Education, Open Data, Open Access – „Offenheit“ hat Konjunktur. Programmatische Openness-Initiativen sind dabei, das Wissenschafts- und Hochschulsystem zu verändern: Es geht ihnen um mehr Bildungsgerechtigkeit und -teilhabe: Bildung ist ein Menschenrecht und sollte möglichst frei zugänglich sein – so die Devise. Dieser Ansatz zielt dabei auch auf eine Verbesserung der Zugänglichkeit und Qualität akademischer Lehre. Seine Anhänger*innen forcieren nichts weniger als einen Kulturwandel an den Hochschulen, der sich insbesondere der Möglichkeiten des Internets bedient. Schließlich haben digitale Lehr-/Lernformate während der Corona-Pandemie deutlich an Bedeutung für Studium und Lehre gewonnen. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei schon länger sogenannte „Open Educational Resources“ (OER) ein, digitale Bildungsmaterialien, d.h. Texte, Videos, Audios oder ganze Kurse, die unter einer offenen Lizenz stehen.

Um entsprechende informationelle Ökosysteme auszubauen, hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit „OERContent.nrw“ eine Förderlinie eingerichtet. Gefördert wird hiermit seit Kurzem auch das an bibelwissenschaftlichen Instituten der drei Hochschulstandorte Aachen, Bonn und Münster angesiedelte Projekt „Diskursives Lehren – nachhaltiges Lernen“, an dem an das Neutestamentliche Seminar beteiligt ist und das ich als Projektmitarbeiter seit Oktober 2023 gemeinsam mit Professor Christian Blumenthal und Benedikt Lüttgenau voranbringen darf. Bis zum Sommer 2025 gehen wir in diesem aktuell in der Startphase befindlichen Projekt der Frage nach, wie wir mittels OER die Lehre in den Bibelwissenschaften verbessern können.

Näherhin fragen wir uns: Wie können wir die Grundlagen in der Biblischen Theologie und Exegese in einer stärker diskursiven Lernatmosphäre mit einem Empowerment der Studierenden zu mehr eigenem Forschen, Urteilen und Diskutieren vermitteln? Im Zusammenhang mit der Erarbeitung freier Bildungsmaterialien verfolgen wir also auch eine grundsätzliche hochschul- und fachdidaktische Zielsetzung: Wir möchten Studierende im Sinne problembasierten oder forschenden Lernens befähigen, fachspezifische Probleme zu erkennen, zu analysieren und ggf. eigene Lösungsansätze zu konzipieren. Bibelwissenschaftliches Grundlagenwissen zu beiden Testamenten soll daher nicht nur passiv rezipiert, sondern die dahinterstehende Forschung als gelebter Diskurs erfahren werden, in dem vor allem der „zwanglose Zwang des besseren Arguments“ (J. Habermas) im Vordergrund steht. Studierenden soll somit nicht nur möglichst eigenständige Urteilsfähigkeit von Studienbeginn an, sondern auch digitale Kompetenzen im Rahmen von Blended-Learning-Formaten, in denen OER zum Einsatz kommen, vermittelt werden.

Theologische OER sind noch weitgehend Mangelware und methodologische Ansätze einer „Digital Theology“ im Sinne der Openness-Bewegung noch wenig breitenwirksam. Das Projekt ist im Fachbereich der Biblischen Theologie verortet. Sein didaktischer Ansatz versteht sich jedoch auch als kompatibel und im besten Fall anregend für die Lehre in den anderen Fächer innerhalb wie auch außerhalb der Theologie. Die fachübergreifende Perspektive stellt daher eine Konstante in der Projektarbeit dar, weshalb ich auch meine Erfahrungen aus der Lehre und bisherigen hochschuldidaktischen Projektarbeit im Rahmen meines eigenen fachlichen Schwerpunktes, der Christlichen Sozialethik, einbringe. Ich freue mich darauf, im Rahmen dieses spannenden Projekts einen kleinen Beitrag zur Digitalisierung von Studium und Lehre an der KTF, an der Universität Bonn und gemeinsam mit unseren Verbundpartnern an den Hochschulstandorten Aachen und Münster auch darüber hinaus leisten zu können.

Lars Schäfers, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Diskursives Lernen - nachhaltiges Lernen“

Wird geladen