Universität Bonn

Katholisch-Theologische Fakultät

Ringen um religiöse Identität

Im Rahmen des einjährigen, fakultätsgeförderten Forschungsprojektes "Ringen um religiöse Identität. Eine multiperspektivische theologische Annäherung" nehmen die beteiligten Nachwuchswissenschaftler*innen religiöse Identitäten aus den verschiedenen theologischen Fachdisziplinen (biblisch, historisch, systematisch und praktisch) in den Blick und erarbeiten fachspezifische Fragestellungen im interdisziplinären Austausch. 

Religion und Identität. Theologische Perspektivierungen

Kick-Off mit Prof. Dr. Christopher Zarnow, Evangelische Hochschule Berlin

16.2.2022, 10–12 Uhr

via Zoom

In der Auftaktveranstaltung des Forschungsprojektes setzt sich Prof. Dr. Christopher Zarnow damit auseinander, wie der Identitätsbegriff verstanden werden kann, wie er in der Vergangenheit verstanden wurde und was er uns heute theologisch zu denken gibt. Die Projektgruppe möchte mit der Veranstaltung den Raum für eine fächerübergreifende theologische Auseinandersetzung eröffnen, die im Kontext des Fakultätsschwerpunktes „Ambiguitäten – Identitäten – Sinnentwürfe“ steht.

Meeting-ID: 992 2888 2118; Kenncode: 441525.

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© pixabay

Projektbeschreibung 

Der Begriff „Identität“ zählt nicht erst seit den Diskussionen um die sogenannte Identitätspolitik zu den Leitvokabeln öffentlicher Diskurse. Häufig ist dabei auch von religiöser Identität die Rede. Gefragt wird dann nach dem spezifischen Anteil von Religion und Religiosität im Prozess der Identitätskonstruktion. Geklärt ist aber keineswegs, was unter Identität überhaupt verstanden wird. Schon ein kurzer Blick in die Forschung genügt, um die ausgeprägte Vielfalt unterschiedlicher Identitätsbegriffe und -konzepte wahrzunehmen (vgl. u. a. Zarnow 2010, Sautermeister 2013). Die Bestimmung des Begriffs hängt maßgeblich von theoretischen Vorannahmen ab. 

Das Projekt möchte die vorhandene Vielfalt von wissenschaftlichen Zugängen zum Begriff transparent machen. Es geht dennoch von der Beobachtung aus, dass auch die öffentlichen Debatten um (religiöse) Identität trotz eines vagen Begriffsverständnisses den Begriff produktiv machen. Strukturanalog zu anderen Großkonzepten wie Religion wird der Identitätsbegriff deshalb zunächst als „offener Signifikant“ (Zander 2016, S. 20f.) verstanden. Er kann vor dem Hintergrund unterschiedlicher Theorien je unterschiedlich bearbeitet und interpretiert werden, als Begriff kommt ihm grundsätzlich aber trotzdem eine gewisse Bindekraft zu, die es ermöglicht, die theoretische Reflexion erst einmal zu unterlaufen. Sie wird damit nicht ausgespart, wohl aber aufgeschoben und in die Verantwortung der Auseinandersetzung im Einzelnen gestellt. Aus diesem Grund schreibt das Projekt keine einheitliche These vor, sondern versucht, sich einem viel diskutierten Megabegriff theologisch zu nähern. 

Die Annäherung soll aus der Perspektive aller theologischen Fachgruppen erfolgen (biblisch, historisch, systematisch und praktisch). Der Komplexität des Identitätsbegriffs korrespondieren die vielfältigen methodischen Zugänge der Theologie. Darin besteht das Versprechen des Forschungsprojektes. Seine Relevanz resultiert also einerseits aus der öffentlichen Wucht unterschiedlicher religionsbezogener Identitätsdiskurse in Kirche und Gesellschaft, andererseits aus der daraus folgenden Notwendigkeit für die Theologie, sich mit der Identität des eigenen Faches zu beschäftigen, und sich nicht zuletzt immer auch darüber bewusst zu sein, dass bei der Beschäftigung mit Identität unweigerlich Identität prozessiert wird. Der Begriff weist in diesem Sinne eine retorsive Struktur auf (ähnlich wie die Begriffe Theorie, Sprache etc.).

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© Pixabay

Ziele

  • Fachwissenschaftlich-theologische Reflexion des Identitätsbegriffs als offener Signifikant
  • Offenlegung der retorsiven Struktur von Identitätsaushandlungsprozessen
  • Aktivierung der Methodenvielfalt der einzelnen Fächer zu einem Begriff
  • Transfer im Rahmen der forschungsnahen Lehre
  • Transfer in eine breitere Öffentlichkeit und Wissenschaftskommunikation

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